Queere Nostalgie

dc.contributor.authorHaritaworn, Jin
dc.contributor.editorNobrega, Onur
dc.contributor.editorQuent, M
dc.contributor.editorZipf, J
dc.date.accessioned2026-07-23T18:55:27Z
dc.date.available2026-07-23T18:55:27Z
dc.date.issued2021-10-07
dc.description© 2021 transcript Verlag. © https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 4.0 This work is licensed under the Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)
dc.description.abstractMein Buch Queer Lovers and Hateful Others, aus dem der folgende Auszug stammt, beschreibt die räumlichen Auswirkungen homonationalistischer Territorialität im Zuge der Gentrifizierung der Berliner Innenstadt in den 2000er- und frühen 2010er-Jahren (vgl. Haritaworn 2015). Das Drama zwischen queeren Liebenden und hasserfühlten Anderen, welches die Vertreibung rassifizierter Menschen aus Stadtteilen wie Kreuzberg und Neukölln naturalisiert und als progressive Entwicklung umdeuten lässt, ist zugleich ein Narrativ der Zeit. 2008 wurde im Berliner Tiergarten das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen eingeweiht, einen Steinwurf entfernt vom drei Jahre älteren Holocaust-Denkmal. Als fester Bestandteil queerer Sightseeing-Touren spielt das »Homo-Denkmal«, wie es liebevoll anthropomorphisiert wird, eine privilegierte Rolle in der Erinnerungskultur an die nationalsozialistische Vergangenheit, die sowohl als das ultimative Böse der rassistischen und sexuellen Unterdrückung als auch als mythischer Ursprung einer weltweiten lesbischen, schwulen, bisexuellen und Transgender (LSBT-)Community gilt. Dieser Essay untersucht die Kampagne für das Denkmal sowie dessen ästhetische und affektive Eigenschaften, und betrachtet beide als Performanzen eines Präsentismus, die das Drama der queeren Liebenden und hasserfüllten Anderen neu aufführen als die Wiederholung einer grauenhaften Vergangenheit. Dieses Drama findet in der Gegenwart neue Inkarnationen in rassifizierten Bevölkerungsgruppen, die queere Menschen terrorisieren. Im Folgenden beziehe ich mich auf Literaturen zu queerer Temporalität und auf intersektionale Historiografien zum Nationalsozialismus, die die Privilegierung des Konzentrationslagers als markantesten Ort queerphober Unterdrückung infrage stellen. Dagegen lege ich dar, inwiefern diese Gedenkformen des vergangenen Terrors ironischerweise mörderische Logiken im Hier und Jetzt bedienen.de
dc.identifier.citationHaritaworn, Jin (2021). Queere Nostalgie. In: Onur Suzan Nobrega/Matthias Quent/Jonas Zipf (Eds.), Rassismus. Macht. Vergessen. (291-302). Bielefeld: transcript Verlag. https://doi.org/10.14361/9783839458631-022
dc.identifier.isbn9783839458631
dc.identifier.urihttps://doi.org/10.14361/9783839458631-022
dc.identifier.urihttps://hdl.handle.net/10315/43827
dc.language.isode
dc.publisherTranskript
dc.relation.ispartofRassismus.Macht.Vergessen
dc.rightsAttribution 4.0 Internationalen
dc.rights.urihttp://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
dc.symplectic.subtypeChapter
dc.titleQueere Nostalgie
dc.typeBook Chapter

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